IRONMAN Debüt – Frankfurt European Championship 2017

„PINGEL! – wo hast du den Startplatz her?“ – wurde mir in der ersten von vier Laufrunden von einem ehemaligen Teamkollegen zugerufen. Er war nicht der Einzige, den es überrascht hat, dass ich am vergangenen Sonntag in Frankfurt bei meiner ersten Langdistanz am Start stand.

Aber eins nach dem anderen…

Nachdem es Anfang Juni ziemlich bescheiden lief und ich meinen 1. Saisonhöhepunkt bei den hessischen Meisterschaften auf der Mitteldistanz in Moret, aufgrund eines Speichelsteins (Entzündung der Speicheldrüse), nicht in Angriff nehmen konnte. Das Training hatten wir für die 1. Saisonhälfte auf dieses Rennen ausgerichtet und die Form war auch sehr gut. Nach vier Tagen war die Entzündung weitestgehend abgeklungen und wir versuchten die Form noch bis zum Wochenende zu halten.

Eine Woche nach dem verpatzten Wochenende, ging es am 11. Juni zur nächsten geplanten Mitteldistanz nach Harsewinkel. Dort konnte ich meine Trainingsleistungen beim Schwimmen und Radfahren bestätigen, einzig auf der Laufstrecke hatte ich die ersten 8km (von 20km) mit Magenkrämpfen zu kämpfen, was sich dann in der Laufzeit wiedergespiegelt hat. Am Ende des Rennens bin ich sehr zufrieden mit einem 5. Gesamtplatz, wobei die ersten beiden Plätze von Profis besetzt waren.

Nach der Mitteldistanz habe ich mich sehr schnell regeneriert und konnte nach wenigen Tagen mein strukturiertes Training wieder aufnehmen. Bei Facebook wurde ich durch Zufall auf eine Spendenaktion von Wasser 3.0 aufmerksam. Dort habe ich dann am 18. Juni 2017, nach Rücksprache mit meiner Freundin und meinem Trainer, den Startplatz für den Ironman am 09.07.2017 versucht zu gewinnen und haben ihn dann auch letztlich bekommen. Ich wollte einfach mal versuchen, was mit dem aktuellen Trainingszustand auf der Langdistanz möglich ist. Da ich meinen ersten Ironman für 2019 geplant hatte, ist das Training aktuell auch „nur“ auf die Mitteldistanz ausgerichtet. Also war von Anfang an klar, es wird ein Abenteuer in Frankfurt.

9. Juli 2017 RENNTAG in Frankfurt

Das Schwimmen…

…beim Schwimmen hatte ich mich anfangs für eine Zeit von 1:10h-1:20h aufgestellt (Rolling Start – die Athleten werden in Sekundenabständen ins Wasser gelassen und die Zeitnahme beginnt am Wasserrand). Doch bei über 3000 Athleten hat es sehr lange gedauert und so habe ich mich entschlossen in der Gruppe 1:00 – 1:10h zu starten, da ich keine Lust mehr hatte, den anderen beim Starten zuzusehen ;). Das Schwimmen lief wesentlich entspannter als ich es mir vorgestellt hatte und so ging es nach 59:59min aus dem Langener Waldsee. Beim Wechsel auf`s Rad habe ich mir bewusst viel Zeit gelassen, damit auch alles passt und in der Euphorie über die Schwimmzeit nichts verloren oder vergessen geht.

Das Radfahren…

…auf den 177km, aufgeteilt auf zwei Runden, durch die Frankfurter Innenstadt und die schöne Wetterau konnte ich konstant meine geplanten Wattwerte fahren und so vermeiden, mich vom Tempo der anderen Athleten verleiten zu lassen. In der zweiten Radrunde habe ich dann gemerkt, dass bei vielen die 1. Runde zu hart war und ich vermeindlich erstmal alles richtig gemacht habe. Nach 4:53:27h durfte ich mein Rad am Mainufer abstellen. Der zweite Wechsel lief dann etwas schneller als der 1. und so ging es zum abschließenden Marathon.

Das Laufen…

…zu laufen waren 4 Runden à 10,5km am Frankfurter Mainufer. Es ist ein wahnsinns Gefühl aus dem Wechselzelt zu laufen und die Stimmung an der Laufstrecke zu erfahren. Schnell habe ich gemerkt, dass das Allerwichtigste bei einem so langen Rennen die Leute aus seinem eigenen „Team“ sind. An diesem Tag waren von Anfang an meine Freundin und ihr Vater mit dabei, beim Laufen kam dann noch mein Freund Marcus mit seiner Freudin. So hatte ich zwei Fixpunkte auf jeder Runde, welche mir ungemein halfen, konzentriert und vor allem bei sich selbst zu bleiben. Wie zu erwarten, wurde das Rennen ab Kilometer 30 hart und die Beine haben sich gemeldet. Ich habe dennoch meinen Rhytmus halten können und durfte nach einem soliden Marathon nach 3:28:01h bei 30Grad auf den roten Teppich am Frankfurter Römer abbiegen.

Nach 9:31:48h hieß es dann zum ersten Mal im meinem Leben – YOU ARE AN IRONMAN – ein wahnsinns Moment und auch zwei Tage nach dem Rennen fällt es mir noch sehr schwer, die Zeiten zu realiseren. Ich bin mehr als zufrieden mit meiner Leistung und weiß nun, wo ich stehe und woran wir für die nächste Langdistanz (vielleicht doch noch im Jahr 2018 😉 arbeiten müssen. Nach wie vor ist das Ziel, 2020 das Ticket für die IRONMAN Weltmeisterschaft auf Hawaii zu lösen.

Bis dahin habe ich ja noch etwas Zeit und ihr hört mit Sicherheit vorher wieder von mir 😉

Diese Woche gibt es nur etwas Bewegungstherapie und dann sehen wir, was als nächstes Rennen ansteht.

Bis dahin, bleibt gesund
euer Chris (Pi)

Hier noch ein paar Eindrücke vom Rennen in Form von Bildern (Bilder vom Radfahren folgen).

 

 

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